Ziele gemeinsam erreichen – Was erfolgreiche Führung durch Lokomotion und Kohäsion bedeutet

Seit vielen Jahren begleite ich Führungsverantwortliche in Workshops, Seminaren und im Rahmen von Führungskräftecoachings. Wenn Sie mich heute fragen, welches die zentralen Merkmale erfolgreicher Führung sind, würde ich Ihnen 6 Kernelemente nennen. Diese machen für mich das Geheimnis und den Erfolg charismatischer und überzeugender Führungskräfte aus. In einer dreiteiligen Serie finden Sie zu diesen hier auf meinem Blog jeweils eine kurze Zusammenfassung sowie einen Impuls, das Gelernte selbst umzusetzen. Die insgesamt sechs Dimensionen lassen sich in drei Paare gruppieren; diese bestehen wiederum aus jeweils zwei Dimensionen, welche zueinander in einem Spannungsfeld stehen: Lokomotion und Kohäsion – Ergebnisorientierung und Beziehungsorientierung – Authentizität und Wertschätzung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der vorliegende erste Teil befasst sich mit der Frage nach der Zielsetzung für ein Team sowie nach dessen inneren Zusammenhalt. Nur wenn ein Team ein gemeinsames Ziel vor Augen hat und dieses geschlossen verfolgt, kann es wirklich erfolgreich sein. Lokomotion und Kohäsion sind die beiden grundlegenden Dimensionen der Führung. Was genau hinter den beiden Begriffen steckt und was dies für Führungsverantwortliche bedeutet, lesen Sie im folgenden Beitrag. 

 

Lokomotion: Führungskräfte müssen die „Lokomotive“ für ihr Team sein

Der größte Einsatz, die höchste Produktivität eines Teams wird dann vergeblich sein, wenn kein klares Ziel feststeht (siehe Folien). Ist dem nicht so, läuft es nämlich Gefahr, seine Motivation und Leistung für unwichtige oder vernachlässigbare Aufgaben abzurufen. Ohne gemeinsames Ziel kann ein Team im schlechtesten Fall auch „implodieren“, was Spaltung und Grüppchenbildung zur Folge hat. 

Zweifelsohne gehört es zu den wichtigsten Verantwortungsbereichen einer Führungskraft, die Ziele im Einklang mit der Unternehmensleitung festzusetzen und mit ihrem Team weiterzuentwickeln und neuzusehen. Dabei geht es auch darum, die Ziele jedem Teammitglied gegenüber transparent und verständlich darzustellen und dafür zu sorgen, dass sie nicht in Vergessenheit geraten. 

Der Begriff „Lokomotion“ bezeichnet ursprünglich die zielgerichtete Bewegung eines Lebewesens. Im Führungskontext geht es bei der Lokomotion darum, das Team als eine geschlossene Einheit in die gewünschte Richtung zu führen. Die Führungskraft lässt sich dabei auch als die „Lokomotive“ des Teams beschreiben, da sie selbstbewusst vorangeht, ihr Team mobilisiert und motiviert. 

Die Lokomotionsfunktion beinhaltet für Führungskräfte vor allem, einen reibungslosen Informationsfluss zum Team herzustellen und laufend Qualitätssicherung zu betreiben. Mit den folgenden Kontrollfragen lässt sich überprüfen, ob eine ausreichende Lokomotion im Team vorhanden ist:

  • Hat jeder Mitarbeiter, jede Mitarbeiterin Zugriff auf alle notwendigen Informationen?
  • Gibt es für das Team ausreichende Möglichkeiten, eigene Ansichten oder auch Bedenken zur Zielsetzung zu äußern und zu diskutieren?
  • Stehen dem Team die erforderlichen Ressourcen zur Zielerreichung zur Verfügung?
  • Hat jedes Mitglied die passende Aufgabe und Verantwortlichkeit, um das Ziel gemeinsam zu erreichen?

Die Richtung vorgeben und vorangehen ist das eine. Doch geschieht dies ausschließlich, besteht die Gefahr, dass sich die „Lokomotive“ vom Team abkoppelt und das Team auseinanderbricht. Daher ist eine weitere Dimension genauso wichtig.

Kohäsion: Der menschliche und organisatorische „Kitt“ im Team

Jeder Mensch ist ein einzigartiges Individuum – und somit hat auch jedes Team eine unverwechselbare Dynamik. Um die Basis für ein kollegiales und produktives Arbeiten zu schaffen, müssen sich Führungskräfte für ein Gemeinschaftsgefühl innerhalb ihres Teams einsetzen. Dieses bezeichnen wir als Kohäsion. 

Konfliktmanagement gehört ebenso dazu wie gemeinschaftliche Motivation. Ein „perfektes“ Team zeichnet sich schließlich nicht dadurch aus, dass alle dasselbe denken und entsprechend handeln; so etwas zu erwarten wäre unrealistisch; so etwas zu leben wäre höchst unproduktiv. Vielmehr sollten Führungskräfte dazu beitragen Konflikte konstruktiv zu lösen und Teilhabe zu ermöglichen. 

Um die Kohäsion, den Zusammenhalt im Team herzustellen bieten sich die folgenden Kontrollfragen an:

  • Findet ausreichend Kommunikation zwischen allen Teammitgliedern statt?
  • Wie ist die Stimmung im Team? Was wird im „Flurfunk“ besprochen?
  • Zeichnen sich (Interessens-)Konflikte innerhalb des Teams ab?   
  • Gibt es ausreichend Raum für gemeinsame Erfolgserlebnisse?  Werden nicht nur Fehler kritisiert, sondern auch Erfolge regelmäßig gemeinsam gefeiert?

 

Lokomotion und Kohäsion bedingen einander

Wie eingangs erwähnt, sind die beiden Dimensionen Lokomotion und Kohäsion stets aufeinander bezogen. Eine klare Zielsetzung lässt sich nur dann verfolgen, wenn alle Teammitglieder sich abgeholt und in das Team integriert fühlen; ebenso stärkt und strafft das gemeinsame Ziel den inneren Zusammenhalt des Teams. 

Es ist eine wichtige und permanente Aufgabe von Führungskräften Lokomotion und Kohäsion auszubalancieren. Die Instrumente, die hierfür zur Verfügung stehen, sind so vielfältig wie die Situationen, in denen sie gebraucht werden.

 

Falls Sie neugierig geworden sind und Interesse daran haben oder auch Schulungen für angehende Führungskräfte in Ihrem Unternehmen umsetzen möchten, schicken Sie mir hier gerne eine Nachricht. Sie erreichen mich gerne auch telefonisch unter 07725 914754.

 

Ich freue mich auf Sie!

 

Ihr Martin Volz-Neidlinger

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