Wie Sie für Ihren Beruf brennen, ohne auszubrennen

„Deine Arbeit wird einen großen Teil deines Lebens einneh­men und die einzige Möglichkeit, wirklich zufrie­den zu sein, ist, dass du glaubst, dass du großar­tige Arbeit leistest. Und der einzige Weg, großar­tige Arbeit leisten zu können, ist zu lieben, was du tust.“ – Dieses Zitat stammt von dem berühm­ten Apple-Gründer und ‑Manager Steve Job und beschreibt sehr gut, wie aus der Leidenschaft für den Beruf ein erfüll­tes und erfolg­rei­ches Arbeitsleben erwach­sen kann. Was möchte man schließ­lich mehr? Am Morgen mit der Vorfreude auf spannende Aufgaben in die Arbeit gehen und abends zufrie­den wieder nach Hause gehen, und die Zeit dazwi­schen vergeht wie im Flug… 

Doch gerade hier ist Vorsicht geboten: Denn Übermotivation und zu hohe Erwartung an sich selbst und andere können schnell in Überforderung umschla­gen. Eines der größten Risiken für arbeits­be­ding­ten Burnout liegt tatsäch­lich darin, lichter­loh für den Job zu brennen und sich dann an zu hohen Erwartungen zu verbren­nen. Solche Erwartungen können sich auf ganz unter­schied­li­che Themen bezie­hen: Die eigene Leistungsfähigkeit, die Karriereentwicklung, das Gehalt, das Arbeitsklima, die Resultate der eigenen Arbeit oder auch ihre gesell­schaft­li­che Relevanz – sprich, welchen „Unterschied“ die Arbeit macht und ob sie, zumin­dest ein Stück weit, geeig­net ist die „Welt zu verändern“.

Nicht immer ist die Grenze zwischen Brennen und Ausbrennen ganz genau deutlich. In diesem Artikel beschreibe ich deshalb, worauf Berufstätige achten sollten und wie sie ihre Leidenschaft für den Beruf sicher ausle­ben und weiterentwickeln.

Finden Sie es heraus: Wofür brenne ich eigentlich?

Wie so oft ist der erste Schritt Selbsterkenntnis, um den Weg der Veränderung aus einer belas­ten­den Situation anzutre­ten – oder sogar Stress von vornher­ein komplett zu vermei­den. Gerade Fach- und Führungskräften sowie Experten und Berater laufen aufgrund ihres hohen Pensums und ihrer starken Eigenmotivation oft Gefahr, Stress nicht früh genug zu erken­nen. Sie sollten sich daher die folgen­den Fragen immer wieder stellen:

  1. Wofür brenne ich?
  2. Welche Aufgaben machen mir eine derar­tige Freude, dass ich dabei Zeit und Raum vergesse?
  3. Wann vernach­läs­sige ich meine Familie, meinen Sport, meine Pflichtaufgaben, nur um mich meiner Lieblingsaufgabe zu widmen?
  4. Wann schlägt die Freude in erste Anzeichen von Unruhe oder Schmerz um?
  5. Wann fühle ich mich erschöpft und wie reagiere ich dann?
  6. Wann kippt die Balance aus Geben und Nehmen, aus Engagement und Ertrag?

Sehen Sie diese Kontrollfragen als „Frühwarnsystem“ an, um zu überprü­fen, wie sehr Leidenschaft und Liebe zum Beruf noch mit den übrigen Anforderungen des Alltagslebens verein­bar sind. So gut es einer­seits ist, einer Leidenschaft nachzu­ge­hen, so schnell kann diese Überhand nehmen und andere wichtige Themen im Leben verdrän­gen. Wer sich in eine beson­ders inspi­rie­rende oder spannende Tätigkeit „verbis­sen hat“ nimmt die Signale, dass Erholung und Ausgleich angebracht sind, mögli­cher­weise überhaupt nicht oder erst verzö­gert wahr.

Die Leidenschaft für den Job kann die Belastungen, die aus ihm entste­hen, allein jedoch nicht ausglei­chen. Dafür bedarf es vielmehr einer ganzheit­li­chen Berücksichtigung aller Lebensbereiche.

In Balance mit sich selbst sein: Die vier prägen­den Lebensbereiche

Um die Bedingungen für ein erfolg­rei­ches und erfül­len­des Leben zu beschrei­ben, entwi­ckelte der Psychologe Dr. Nossrat Peseschkian das folgende Konzept, welches vier Lebensbereiche umschließt:

  1. Gesundheit und Fitness – z.B. Ernährung, Sport und Bewegung
  2. Beruf und Finanzen, z.B. Arbeit – Gehalt und Karriere. 
  3. Familie und soziale Kontakte – z.B. Partnerschaft, Freunde und Kinder.
  4. Sinn und Kultur – z.B. Lebenssinn, persön­li­che Mission und Glaube.

Jeder dieser vier Lebensbereiche lässt sich auf einer Skala von null bis hundert Prozent darstel­len. Dazu können Sie folgende Übersicht nutzen:

Vier Bereiche für Ihren Lebenserfolg

(Quellenangabe: Darstellung Volz-Neidlinger nach Dr. Nossrat Peseschkian z.B. unter https://karrierebibel.de/lebensbalance-modell/)

Hierdurch lässt sich die momen­tane Erfüllung oder auch Auslastung bestim­men und zuein­an­der in Relation setzen: „Zu wie vielen Prozent findet gerade Gesundheit und Fitness in meinem Leben statt? Zu wie vielen Prozent Beruf und Finanzen?“ und so weiter.

Bei sehr motivier­ten und leiden­schaft­li­chen Berufstätigen nimmt der Bereich 2. Beruf und Finanzen natur­ge­mäß einen sehr großen Platz im Leben ein. Dies kann dazu führen, dass die anderen Lebensbereiche darun­ter leiden und zu wenig Aufmerksamkeit bekommen. 

Ein zielfüh­ren­der Weg, um der Burnout-Falle zuvor­zu­kom­men, besteht darin, sich selbst laufend auf die im vorhe­ri­gen Absatz genann­ten Kontrollfragen zu überprü­fen. Sollten bei den Antworten erste Anzeichen von Stress auftau­chen, ist es sinnvoll, sich im Anschluss die vier Lebensbereiche anzuse­hen und zu vermes­sen. In den drei Lebensbereichen, die nicht mit der Arbeit zusam­men­hän­gen, lassen sich dann Strategien und Aufgaben vorfin­den, die den Arbeitsstress ausglei­chen. Diese sind bei jedem von uns indivi­du­ell verschieden.Wer nämlich mit sich selbst in einer stabi­len Balance steht, ist vor zu hohen Erwartungen und entspre­chen­dem Druck im Arbeitsleben geschützt.

Falls Sie Interesse an mehr Informationen zu diesem Thema haben oder auch eine Schulung für bessere Motivation und Burnout-Prävention in Ihrem Unternehmen umset­zen möchten, schicken Sie mir gerne eine Nachricht. Sie errei­chen mich gerne auch telefo­nisch unter 07725 914754.

Ich freue mich auf Sie!

Ihr Martin Volz-Neidlinger

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.