Zu jung für alt? Über die Vereinbarkeit von Arbeit und Alter – Teil 2

In meinem Beitrag “Personalentwicklung: Über die Vereinbarkeit von Arbeit und Alter” bin ich bereits auf eine der bedeutendsten Herausforderungen der kommenden Jahre im Unternehmensalltag eingegangen: Wie geht man mit dem immer näher rückenden Ruhestand vieler Beschäftigter um? Aus Unternehmenssicht eine der dringendsten Fragen der nächsten Jahre – aus Beschäftigtensicht eine gerne verdrängte Frage. Nicht nur, dass sich wie eine ganz aktuelle Studie zeigt, über 30 % der befragten Babyboomer einen frühzeitigen Renteneintritt – und das heißt mit 60 Jahren – wünschen. Sondern auch, weil die Beschäftigung mit dem eigenen Alter einen ganz neuen Stellenwert erhält, wie der Titel des Buches von Dieter Bednarz, dem Spiegel-Redakteur zeigt: „Zu jung für alt.“ Grund genug, dieses Thema in diesem Blogbeitrag erneut aufzugreifen.

Abstrakte lila und pinke Lichter

 

Wie geht Ruhestand?

“Wie geht Ruhestand?” – eine Frage, die man sich wahrscheinlich noch nie bewusst gestellt hat und häufig auch bis zum Renteneintritt nie bewusst stellen wird. Für die Zeit nach dem Renteneintritt gibt es definitiv kein Patentrezept, dennoch ist klar, dass ein plötzlicher Übergang in das “Nichtstun” für die meisten ein schwieriger Schritt, oder schlichtweg keine adäquate Option darstellt. Man sollte sich vor Augen führen, dass das Rentenalter noch nie so lange dauerte wie heute und dass das tatsächlich gefühlte Alter vieler “Betroffener” eine deutliche Diskrepanz zum kalendarischen oder biologischen Alter darstellt. Welche Möglichkeiten gibt es also, den Eintritt in den Ruhestand sowohl für Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber so sinnvoll wie möglich zu gestalten?

Die Vereinbarkeit von Arbeit und Alter – So sieht die Praxis aus

Damit ein plötzlich hereinbrechender Übergang in den Ruhestand – obwohl man diesen noch nicht möchte – verhindert werden kann, gibt es inzwischen in den unterschiedlichsten Berufsfeldern, zahlreiche Maßnahmen, die es den Beschäftigten ermöglichen, ihre Zeit im Alter so zu nutzen, wie sie es sich wirklich wünschen und wie es dem aktuellen Arbeitgeber nützt. Hierzu zählen beispielsweise:

  • Die Anpassung der Arbeitsbedingungen durch verkürzte Nachtschichtzeiten für ältere Beschäftigte – z. B. im Gesundheitswesen, wie es in Krankenhäusern praktiziert wird. 
  • Gerade älterwerdende Belegschaften stellen Krankenhäuser vor große Herausforderungen. Sie reagieren darauf mit der Herausnahme von älteren Beschäftigten aus dem operativen Stationsablauf und ihrem Einsatz für administrative Tätigkeiten zur Entlastung der Kolleginnen und Kollegen (z. B. in Krankenhäusern).
  • Die zunehmende Bildung von Pools, um altershalber ausscheidenden Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen weitere Perspektiven für eine Beschäftigung nach dem Renteneintritt zu bieten. Davon profitieren sowohl der Beschäftigte als auch der Arbeitgeber, der dadurch seinen Personalstamm entlasten kann  – z. B. in Ferienzeiten oder anderen Spitzenzeiten, wie der Zeit über die Feiertage.
  • Fortschrittliche Unternehmen definieren Mentoring neu. Ältere, erfahrene Beschäftigte geben nicht nur ihr Erfahrungswissen an jüngere Kolleginnen und Kollegen weiter, sondern profitieren von deren IT-Kompetenz für Ihre eigene berufliche Praxis.

Den Schritt in die Praxis wagen – Das audit berufundfamilie

Wo stehen Sie in der Vereinbarkeit von Arbeit und Alter? Konnten Sie schon erfolgreich Maßnahmen in die Tat umsetzen und ggf. auch schon Früchte davon tragen? Egal ob Sie nun ein “Beginner”, “Optimierer” oder bereits ein “Champion” sind, das audit berufundfamilie unterstützt Sie in jeder Entwicklungsstufe, um Ihre Personalstrategie auf die neuen Anforderungen der Vereinbarkeit von Arbeit und Alter auszurichten. Immer mehr Unternehmen entwickeln Angebote, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Lebensmitte helfen, sich mit den Fragen der zweiten Lebenshälfte zu beschäftigen und sich nicht nur mit der beruflichen Weiterentwicklung, sondern auch mit Sinnfragen und Fragen der Gestaltung des persönlichen Umfelds zu beschäftigen (z. B. Pflege von Angehörigen; Reduzierung von Arbeitszeit für eine bessere Lebensqualität; Sabbaticals von 2-3 Monaten zur Regeneration; etc.). 

„Gestaltung der Lebensmitte“ oder „Wie geht es weiter nach dem Renteneintritt“ sind Seminare, die einen persönlichen Nutzen mit dem Nutzen für das Unternehmen verbinden. Gerade deshalb werden sie so stark nachgefragt. Die Frage nach der Reduzierung der Arbeitszeit, um die persönliche Lebensqualität zu erhöhen, stellen sich zunehmend nich nur besser verdienende Beschäftigte. Und plötzlich gewinnen auch die sogenannten „Mini-Sabbaticals“ für ältere Beschäftigte eine neue Bedeutung, dienen sie doch zur Regeneration und Motivation für den Berufsalltag.

 

Konnte ich nun auch Ihr Bewusstsein für diese Thematik schärfen und Sie für die Vereinbarkeit von Arbeit und Alter sensibilisieren? Gerne können wir gemeinsam Ihre individuelle berufliche Situation besprechen und herausfinden, welche Schritte zur unternehmerischen Weiterentwicklung als nächste möglich sind. Senden Sie mir hierfür eine Mail an volz-neidlinger@vn-p.de oder rufen Sie mich an unter 07725 914754.

 

Ich freue mich auf Sie!

Ihr Martin Volz-Neidlinger

 

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