Step 7: Networking und proaktives Recruiting als Daueraufgabe.

Im Kampf gegen den Fachkräftemangel sind Sie als Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber von heute besonders gefragt, ihre Personalbeschaffungsmaßnahmen proaktiv und auch dauerhaft durchzuführen. Ein attraktiver Arbeitgeber zu werden, benötigt – wie wir gesehen haben – ein strategisches Vorgehen mit zahlreichen logisch aufeinander aufgebauten Schritten und Maßnahmen.

Haben Sie nun so auf Ihrem Weg zum „Magnet – Arbeitgeber“ Ihre ureigenen Arbeitgeber Attraktivitätsmerkmale herausgearbeitet und kommuniziert, folgt nun der letzte Schritt. Dieser ist für viele noch neu und ungewohnt und er gilt für Unternehmerinnen und Unternehmer, Personalverantwortliche, Vorgesetzte und Mitarbeitende gleichermaßen. Denn es genügt heute nicht mehr, nur Anzeigen zu schalten, abzuwarten und auf Erfolge zu hoffen. Proaktiv auf potentielle Kandidatinnen und Kandidaten zuzugeben, Kontakte zu knüpfen und zu halten, persönliche Netzwerke aufzubauen und zu pflegen ist das Gebot der Stunde. Proaktives Recruiting ist zukünftig die nicht delegierbare Aufgabe aller Beschäftigten im Unternehmen!

Lesen Sie in meiner Publikationsreihe zur Arbeitgeberattraktivität, warum Networking und Recruiting Chefsache ist.

Aus der Reihe: In sieben Schritten zum Magnet-Unternehmen.

Arbeitgeberattraktivität: So werden Sie zum Magnet-Unternehmen!
Step 1: Personalstruktur analysieren. Personalbedarf planen.
Step 2: Neue Zielgruppen gewinnen.
Step 3: Werte kennen. Werte leben.
Step 4: Wert-voll führen.
Step 5: Personalentwicklung 2.0
Step 6: Internes und externes Personalmarketing betreiben.
Step 7: Networking und proaktives Recruiting als Daueraufgabe.
Arbeitgeberattraktivität: Sie als Magnet-Unternehmen!

 

Der Wandel im Recruiting: Jetzt proaktiv statt reaktiv

„Es war einmal“, so beginnen die Märchen aus längst vergangenen Zeiten. Ja, es war einmal, die Zeit, als sich Personalverantwortliche aus einem Stapel von Bewerbungen auf ihrem Schreibtisch die geeignetsten Kandidatinnen und Kandidaten heraussuchen konnten und sich auf eine ausgeschriebene Stelle Hunderte von Bewerberinnen und Bewerbern gemeldet haben. Wie lange ist das her? Es klingt in den allermeisten Berufen inzwischen wie ein Märchen aus längst vergangenen Zeiten, zumal sich die ersten Arbeitgeber – wie die Deutsche Bahn – vom klassischen Bewerbungsanschreiben verabschieden, um überhaupt noch an geeignete Bewerberinnen und Bewerber zu kommen.

Daher mein Rat: Nehmen Sie noch heute Abschied von dem immer noch vielfach praktizierten „Post & Pray Recruiting“. Um echte Talente zu gewinnen, genügt es nicht, sich auf das Sichtbarwerden im Netz und die Schaltung von Anzeigen zu verlassen und dann förmlich darum zu beten, dass sich die geeigneten Bewerberinnen und Bewerber schon melden werden. Diese Strategie führt häufig nur noch zu einem „Post & Pray & Lose.“

Immer mehr Unternehmen entscheiden sich daher gegen diese reaktive Form der Personalbeschaffung. Ihnen ist bewusst, dass sich die Machtverhältnisse geändert haben und sie inzwischen auf dem Stuhl der Bewerberinnen und Bewerbern sitzen. Wir können dies bedauern oder begrüßen, ändern können wir dies nicht mehr. Doch hierbei ist eines interessant: Studien zeigen, dass fast 40 % der potentiellen Kandidatinnen und Kandidaten es vorziehen, von einem Unternehmen aktiv angesprochen zu werden, als selber mit einem Arbeitgeber in Kontakt zu treten. Und hier liegt Ihre Chance!

Proaktives Recruiting – die moderne Form des Personalmarketings

Im Zuge dieses proaktiven Recruiting schlägt die Stunde der persönlichen Ansprache, auch und gerade dann, wenn noch keine passende Stelle im Unternehmen frei ist. Personalverantwortliche, Geschäftsführer/innen und Unternehmer/innen, die die Zeichen der Zeit erkannt haben, gehen inzwischen förmlich selbst auf die Suche nach passenden Kandidatinnen und Kandidaten für ihr Unternehmen. Sie halten Kontakt mit ehemaligen Praktikanten und Praktikanten, sie treten in Beziehung mit geeigneten Personen, noch lange bevor sie eine Stelle zu besetzen haben, sie bleiben in Verbindung mit ehemaligen Beschäftigten, die inzwischen andere Positionen einnehmen. Daher mein Ratschlag: Beginnen Sie Ihr „Active Sourcing“, also die aktive Suche auf Online-Plattformen und über persönliche Netzwerke nach potentiellen Bewerberinnen und Bewerbern, die grundlegend zu Ihrem Unternehmen oder auch konkret auf eine bestimmte Position passen, schon heute – und nicht erst, wenn es darum geht, eine ausgeschrieben Stelle zu besetzen.

Denn – und auch das ist hochinteressant – es gibt sie, die latent Suchenden, die ca. 30 % bis 50 % des derzeitigen Arbeitsmarkts ausmachen. Nutzen Sie also dieses Potenzial! Eine Kontaktaufnahme kann persönlich oder aber über die gängigen Social Networks wie XING, LinkedIn oder auch Facebook erfolgen – oder aber auch über die Veranstaltungen, bei denen die Talente zu finden sind, über Universitäten und Hochschulen, beim Netzwerktreffen und auch bei Recruitingmessen.

Die Kraft des Empfehlungsmarketings

Dies nenne ich auch gerne den Königsweg des Personalmarketings. Wer, wenn nicht die Beschäftigten in einem Unternehmen, wäre denn am geeignetsten, persönliche Bekannte und Verwandte, Freunde oder Interessierte anzusprechen und diese von Ihren Vorzügen als Arbeitgeber zu überzeugen? Selbstverständlich gelingt dies nur, wenn Ihre Beschäftigten davon überzeugt sind – und dies Tag für Tag persönlich erleben, dass sie bei einem attraktiven Arbeitgeber arbeiten. Merken Sie jetzt, wie wichtig die vorausgegangenen Schritte dafür sind? Es gibt ein Gesetz der Kommunikation, das lautet: schlechte Nachrichten werden unaufgefordert dreißigmal weiter erzählt, gute Nachrichten dreimal. Haben Ihre Beschäftigten dafür dann die passenden Geschichten und Beispiele parat? Wissen sie, dass Personalgewinnung und Personalbindung inzwischen nicht mehr nur eine Aufgabe der Personalabteilung ist, sondern von allen Beschäftigten übernommen werden muss? Und haben Sie als Unternehmerinnen und Unternehmer dann dafür die passenden Systeme installiert, wie und in welcher Form die Empfehlungen Ihrer Beschäftigten vergütet und honoriert werden?

Dazu noch ein Tipp zum Abschluss: Wenn Personalgewinnung und Personalbindung die Aufgabe aller Beschäftigten ist, dann gilt das auch für die Auszubildenden in Ihrem Unternehmen. Ich persönlich habe sehr gute Erfahrungen mit Wettbewerben unter den Auszubildenden gemacht, wenn es darum geht, selbst passende Angebote zu entwickeln, um potentielle Kandidatinnen und Kandidaten aus ihrem Umfeld und in ihrer Altersklasse anzusprechen. „Schüler werben Schüler“ sind Aktionen, die nicht nur Ihre Wahrnehmung als attraktiver Arbeitgeber im Umfeld erhöhen, sondern den Auszubildenden Spaß machen und sie in die unternehmerische Verantwortung der Personalgewinnung und Personalbindung mit aufgenommen werden. Probieren Sie es einfach einmal aus, Sie werden erstaunt sein, welche Dynamiken solche Prozesse entfalten!

 

Haben Sie bereits Strategien des Networking und des proaktiven Recruiting genutzt? Welche Erfahrungen haben Sie dabei gemacht? Gerne möchte ich Sie bei der Integration des proaktiven Recruiting in Ihrem Unternehmen unterstützen und Sie so in eine erfolgreiche Zukunft begleiten. Senden Sie mir hierfür eine Mail an volz-neidlinger@vn-p.de oder rufen Sie mich an unter 07725 914754. Ich freue mich auf Sie!

Ihr Martin Volz-Neidlinger

 

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