Personalentwicklung: Über die Vereinbarkeit von Arbeit und Alter

“Es ist nicht zu wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist zu viel Zeit, die wir nicht nutzen.” – Lucius Annaeus Seneca

Die Zeit – sie ist unser höchstes Gut. Doch ist es wirklich so, wie Seneca es beschreibt? Gibt es Situationen in unserem Leben, in denen die Zeit nicht nur verfliegt, sondern wir sie auch nicht richtig “nutzen”?

Tagtäglich unterstütze ich Unternehmen bei der Vereinbarkeit von Beruf, Familie und den unterschiedlichen Lebensphasen ihrer Beschäftigten. Dieses beeindruckende Zitat berührt mich daher nicht nur in privater Hinsicht, nein, in meinen Augen spiegelt es auch viele Standardsituationen im Leben eines Arbeitnehmers oder einer Arbeitnehmerin wider. Zu diesen Situationen zähle ich auch eine besonders bedeutende Herausforderung im Unternehmensalltag: die Vereinbarkeit von Arbeit und Alter. Geben Sie als Unternehmer Ihren Beschäftigten die Möglichkeit, ihre Zeit so zu nutzen, wie sie sich es für ihr Alter wünschen?

Personalentwicklung offen und zukunftsfähig gestalten

Eine zukunftsfähige Personalpolitik sollte nicht nur die Generationen neuer, junger Beschäftigter in Betracht ziehen, sondern auch auf die Bedürfnisse erfahrener Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingehen. Diese sind gemeinsam mit dem Unternehmen gewachsen, haben ihr Know-how immens erweitert und sind wie ihr Unternehmen auch gealtert. In vielen Firmen zeigt sich dies auch in der Alters- und Personalstruktur: der Anteil der älteren Belegschaft wächst und das Durchschnittsalter steigt. Lag es 1991 in Deutschland noch bei 38,8 Jahren, sind es im Jahr 2017 43,4 Jahre – im Durchschnitt. Es gibt Unternehmen, in denen es deutlich höher ist. Gerade deswegen stellen diese Beschäftigte einen sehr wichtigen Teil des Unternehmens dar, auf den gebaut werden muss. Doch wie? Was tun, wenn beispielsweise der Renteneintritt naht?

Es ist an der Zeit für familien- und lebensphasenbewusste Personalpolitik

Der Renteneintritt: Ein sensibles Thema, das häufig von allen Beteiligten bewusst verdrängt und aufgeschoben wird. Jedoch ist er mitsamt seines so abrupten und finalen Charakters auch aufseiten eines attraktiven Arbeitgebers ein Umstand, der in der Personalpolitik keineswegs vernachlässigt werden darf. Gerade in der heutigen Zeit gibt es in der Personalentwicklung zahlreiche Fragestellungen, die in der Vereinbarkeit von Arbeit und Alter eine entscheidende Rolle spielen:

  • Wie können wir es unseren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ermöglichen, Zeit für ihre Familie oder gar die Pflege von Angehörigen zu haben?
  • Wie können wir es erreichen, dass Beschäftigte ihr Know-how und ihre Erfahrung auch nach dem Eintritt in die Rente in unser Unternehmen einbringen?
  • Ist mein Unternehmen bereits darauf gefasst, dass in den kommenden Jahren zahlreiche Beschäftigte den Wechsel von der Erwerbstätigkeit in den Ruhestand vollziehen?
  • Sind wir darauf vorbereitet, wenn ältere Beschäftigte, z.B. Führungskräfte, ihren Beschäftigungsumfang reduzieren wollen? Gibt es gleitende Übergänge in den Ruhestand?

Personalentwicklung 2.0: weg vom Alter hin zum Wert des Erfahrungswissens

Das durchschnittliche Renteneintrittsalter ist in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen. Viele Menschen fühlen sich dennoch von einem so plötzlichen und allumfassenden Lebenswandel überrumpelt und in der eigenen Entscheidungsmacht gar eingeschränkt. Ich bin unglaublich froh, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in meinen Workshops so offen über ihre persönlichen Erfahrungen und Eindrücke sprechen. So durfte ich lernen, dass das Know-how und die Kompetenzen älterer Beschäftigter keine willkürlich definierte Altersgrenze kennt. Viele hoch qualifizierte und leistungsorientierte “Betroffene” werden durch die Zuschreibungen, die an das kalendarische oder biologische Alter geknüpft sind, bestimmt, auch wenn das tatsächlich gefühlte Alter eine andere Sprache spricht. Sie fühlen sich jünger und ihr inneres Selbstbild entspricht nicht dem, was allgemein von der Gesellschaft erwartet wird, wie beispielsweise der Auffassung, dass ältere Beschäftigte nicht mehr lernfähig sind. Behält man diesen Umstand im Hinterkopf, ist es kein Wunder, dass auch zahlreiche personalpolitische Bemühungen ins Leere laufen.

Generationenbezogenes Personalmanagement

Damit Ihre personalpolitischen Bemühungen Früchte tragen, gibt es zahlreiche Möglichkeiten wie Sie die Vereinbarkeit von Alter und Beruf fördern und so die Potenziale Ihrer älteren Beschäftigten weiterhin nutzen können. Praktizieren Sie generationsbezogenes Personalmanagement. Hierbei habe ich zahlreiche Praxistipps für Sie, wie Sie das generationenbezogene Personalmanagement in Ihrem Unternehmen umsetzen können. Hilfreich ist:

  • Nutzen Sie die Aussagekraft Ihrer Alters- und Personalstrukturen strategisch.
  • Etablieren Sie Demographieflexibilität in Ihren Teams. Das bedeutet, dass Ihre Teams mit Mitgliedern besetzt sind, die unterschiedlich alt sind und sich in unterschiedlichen Lebenslagen befinden. So können Auszeiten und Vakanzen flexibler gemeistert werden.
  • Ein aktives und langfristiges Betriebliches Gesundheitsmanagement ist unabdingbar, um die Leistungsfähigkeit und Beschäftigungsfähigkeit Ihrer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu erhalten. Dies ist inzwischen oberste Managementaufgabe.
  • Interpretieren Sie das Konzept des Mentorings neu, um sowohl das Know-how der jüngeren als auch der älteren Beschäftigten zu nutzen. Jüngere Beschäftigte profitieren vom Erfahrungswissen der Älteren, ältere Beschäftigte lernen von jüngeren den praktischen Umgang mit der betriebsintern genutzten EDV. So entsteht eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.

Sie sehen bereits, es gibt zahlreiche Praxistipps, die für Ihr Unternehmen von entscheidender Bedeutung sein können. Gerne bespreche ich diese mit Ihnen im Detail. So können wir gemeinsam eine Strategie für Sie und Ihr Unternehmen herausarbeiten, wie Sie die Vereinbarkeit von Beruf und Alter erfolgreich und nachhaltig etablieren können. Senden Sie mir hierfür eine Mail an volz-neidlinger@vn-p.de oder rufen Sie mich an unter 07725 914754.

Ich freue mich auf Sie!

 

Ihr Martin Volz-Neidlinger

 

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