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Homeoffice in Corona-Zeiten – Wie Mitarbeitende Homeoffice erleben und was bleiben wird

Eine Folge der Coronavirus-Pandemie ist noch immer ein enormer Anstieg der Zahl der Menschen, die von zu Hause aus arbei­ten (müssen). Die Frage ist: Wie viele von ihnen werden es auch weiter­hin wollen oder dürfen, wenn die COVID-19-Krise wieder abklingt?

In einigen Branchen ist das Arbeiten von zu Hause aus quasi über Nacht zur Normalität gewor­den. Viele genie­ßen die Vorteile des rasant fortschrei­ten­den techno­lo­gi­schen Fortschritts, der es ihnen ermög­licht, mit ihren Kolleginnen und Kollegen und Vorgesetzten sogar über weite Destinationen hinweg zu kommunizieren.

Dies gilt insbe­son­dere deshalb, weil techno­lo­gi­sche Applikationen und innova­tive Software sowie ihre Arbeitswerkzeuge, unabhän­gig von ihrem Standort überall zugäng­lich sind. Die Folge davon ist eine absolute Flexibilität, den Arbeitsablauf nach den eigenen Präferenzen zu planen, wo auch immer sie sich befinden.

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Zwiespältige Erfahrungen

Es gibt also offen­sicht­lich einige Vorteile, die jeder Mitarbeitende in seinen eigenen Räumen, im Homeoffice genie­ßen würde. Allerdings zeigen Rückmeldungen auch, dass die Erfahrungen zwiespäl­tig sind.

Schauen wir uns die wichtigs­ten Punkte beim Vergleich der Arbeit zu Hause und der Arbeit im Büro näher an.

Die Forschung hat heraus­ge­fun­den, dass die Arbeit von zu Hause aus die Produktivität der Arbeitnehmer steigern, die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben verbes­sern und die psychi­sche Gesundheit fördern kann – ganz zu schwei­gen von der Verringerung der Umweltverschmutzung durch Pendler.

Arbeiten im Homeoffice – Für jeder­mann geeignet

Vergessen wir jedoch nicht, dass die Arbeit von zu Hause aus auch ein Privileg ist. Denn das Arbeiten im Homeoffice aus ist vor allem etwas, was in erster Linie „Office-Menschen“ mit compu­ter­ge­stütz­ten Arbeitsplätzen in Anspruch nehmen können. Millionen von Menschen in anderen Arbeitsgruppen – vom Lebensmittelhändler bis zum Notarzt – haben diesen Luxus nicht. Ebenso erschwe­ren Orte mit schlech­ten Internetverbindungen die Arbeit von zu Hause aus oder machen sie unmöglich.

Es sei auch daran erinnert, dass einige Menschen, die jetzt aus der Ferne im Homeoffice arbei­ten, dies nicht tun, weil es ihrem Arbeitgeber gefällt, sondern weil es zu einer Notwendigkeit gewor­den ist, um die Arbeit überhaupt erledi­gen zu können und die finan­zi­elle Existenz fortfüh­ren zu können. Die Belastungen für die Betroffenen, vor allem für Frauen, sind dadurch nochmals um ein Vielfaches gestie­gen, da sie neben den beruf­li­chen Aufgaben u.a. auch die Betreuung der Kinder im Home Schooling leisten mussten oder müssen.

Dennoch sagen Experten, dass die “Zukunft der Arbeit angekom­men ist”. Patricia Strach, Interims-Exekutivdirektorin des Rockefeller-Instituts, meinte kürzlich, dass “diese Erfahrung der erzwun­ge­nen Heimarbeit uns zeigt, dass das Arbeiten im Homeoffice für viele Unternehmen eine prakti­ka­ble Strategie ist und dass dies wahrschein­lich auch nach der Krise noch zutref­fen wird”.

Skepsis gegen­über einer Post-Pandemie-Arbeit von zu Hause aus?

Die Skepsis vieler Experten rührt daher, dass vor der Pandemie viele Arbeitgeber es ablehn­ten, Mitarbeitende vom Homeoffice aus in Voll- oder Teilzeit arbei­ten zu lassen und dass viele nach der Pandemie zu ihren alten Gewohnheiten zurück­keh­ren werden.

Denn viele Vorgesetzte fragen sich immer noch, ob die Arbeit erledigt werden würde, wenn die Mitarbeitenden nicht vor Ort in Sichtweite wären. Der Weg von der Präsenzkultur hin zu einer Ergebniskultur – für viele immer noch ein weiter Weg.

In einer im März durch­ge­führ­ten Umfrage des Marktforschungsunternehmens Gartner IT +2,7% unter HR-Führungskräften gaben 76% der Befragten an, dass die häufigs­ten Beschwerden von Mitarbeitern während der Pandemie “Bedenken von Managern hinsicht­lich der Produktivität oder des Engagements ihrer Mitarbeiter, wenn diese physisch nicht vor Ort sind” waren.

“Wenn man online und aus der Ferne im Homeoffice arbei­tet, kann es schwie­ri­ger sein, Menschen richtig einzu­schät­zen”, so die einfa­che Analyse vieler Experten auf diesem Gebiet.

Diese Erfahrungen zeigen: Die Arbeit im Homeoffice verän­dert mehr als das rein ortsfle­xi­ble Arbeiten. Es geht einher mit Veränderungen in der Art zu führen, zu kommu­ni­zie­ren und Personalentwicklung zu betreiben.

Wo sind nur Disziplin und Ordnung geblie­ben? – Tipps für eine gute Balance zwischen Arbeit und Privatleben

„Disziplin ist die Brücke zwischen den Zielen und dem Erreichten.“

Im Homeoffice stehen die Vorgesetzten nicht neben Ihnen und können überprü­fen, ob und wie Sie „tatsäch­lich“ arbei­ten. Das ist gut so. Nebenbei gesagt: Dies geht vor Ort im Büro auch nicht (mehr). Leistung ist überall gefragt. Homeoffice-Arbeit braucht das Vertrauen, dass jeder und jede die Arbeit gerne und gut macht. Nur: Die Abläufe verän­dern sich, es braucht neue Regeln zur Erreichbarkeit, zur zeitna­hen Rückmeldung, zum reibungs­lo­sen Workflow im Team.

Und noch etwas ist gestie­gen: Die Anforderungen an das persön­li­che Selbstmanagement. Jeder und jede einzelne muss heraus­fin­den, wann und wo er oder sie am besten arbei­ten und die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben bewäl­ti­gen kann. Fortschrittliche Arbeitgeber unter­stüt­zen auch hierbei ihre Beschäftigten und lassen sie nicht allein. Die Gefahr der Selbstausbeutung und Überforderung, sie ist nicht von einzel­nen allein zu bewältigen.

Was können Sie selbst tun? Hier sind einige Tipps für ein besse­res und produk­ti­ve­res Arbeiten in den eigenen vier Wänden, basie­rend auf Erfahrungen vieler Betroffener und verschie­de­nen Studien auf diesem Gebiet. Für viele hat sich bewährt:

  1. Beginnen Sie Ihren Tag mit einer Ihrer Lieblingsroutinen (Laufen, der morgend­li­che Kaffee etc.)
  2. Halten Sie Ihre Arbeitsstunden / Ihren Turnus so gut es geht ein.
  3. Legen Sie mit den Menschen in Ihrem Zuhause – wie Ihre Familie – die Grundregeln für das Arbeiten im Homeoffice fest.
  4. Behalten Sie, wenn möglich, einen distan­zier­ten Büroraum, der Ruhe und Freiraum für Sie schafft.
  5. Machen Sie regel­mä­ßige Pausen.
  6. Pflegen Sie Ihre Kontakte mit Ihren Kolleginnen und Kollegen – gerade auch virtu­ell. So können Sie der Gefahr der Vereinsamung und der Isolation begegnen.
  7. Bleiben Sie mit Ihren Vorgesetzten im Gespräch, nicht nur was die Aufgabenerledigung, sondern auch Ihre persön­li­chen Weiterentwicklungsmöglichkeiten betrifft.
  8. Beenden Sie Ihren Tag mit einer Ihrer Lieblingsroutinen. Das kann ein schöner Feierabendpost oder eine abschlie­ßende, nette Mail an die Kolleginnen und Kollegen sein. Ein persön­li­ches Ritual schafft Abstand zum Arbeits-Alltag.

Fazit

Jetzt, da sich gezeigt hat, dass das Arbeiten vom Homeoffice aus für Millionen von Beschäftigten möglich ist, stehen die Chancen gut, dass es auch zukünf­tig vielen Beschäftigten gestat­tet wird, teilweise oder ganz mobil und zu Hause zu arbeiten.

Mitarbeitende haben erlebt, was möglich ist und wie sie die Herausforderungen meistern können. Unternehmen befas­sen sich mit der Frage, ob und wie die Arbeit im Homeoffice die angespann­ten Raumsituationen vor Ort verän­dern können. Es bleibt spannend zu sehen, wie sich das Verhältnis zwischen der Arbeit vor Ort und dem mobilen Arbeiten bzw. dem Arbeiten im Homeoffice in den einzel­nen Branchen entwi­ckeln wird.

Falls Sie Interesse an den Erfahrungen zur Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben auch im Homeoffice haben oder sich bereits konkret fragen, wie Sie sich mit der richti­gen Life-Work-Balance auch in Ihren eigenen vier Wänden weiter­ent­wi­ckeln und produk­tiv bleiben können, schicken Sie mir gerne eine Nachricht. Sie errei­chen mich auch telefo­nisch unter 07725 914754.

Gemeinsam finden wir Lösungen.

Ihr Martin Volz-Neidlinger

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