Flexibles Arbeiten ist eine Führungsaufgabe

Das Thema flexibles und mobiles Arbeiten ist kein vorübergehender Trend. Vielmehr wird es auch in Zukunft eine Herausforderung für Führungskräfte bleiben, mit der Sie sich am besten heute schon auseinandersetzen sollten. 

Hierfür gibt es gleich mehrere Gründe: Die demographische Entwicklung führt dazu, dass insbesondere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im mittleren Alter sich um ihre Eltern kümmern müssen. Die veränderte Rollenaufteilung zwischen Frauen und Männern führt ebenso zu einem höheren Bedürfnis nach Flexibilität, um Erziehungsaufgaben wahrnehmen zu können. Die allgemeine Individualisierung bringt es mit sich, dass Lebenswege heute mehr Flexibilität auch im Hinblick auf die Arbeit erfordern. 

Doch auch unternehmerische Chancen leisten der flexiblen und mobilen Arbeit Vorschub: Alternde Belegschaften und durch Stress herausgeforderte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter lassen sich durch flexible Modelle nach Maßgabe ihrer Leistungsfähigkeit weiterhin einbinden. Und durch die Digitalisierung entsteht in vielen Berufen erstmals die Möglichkeit, die Arbeit von Zeit und Ort zu entkoppeln und damit effizienter zu gestalten. Dies führt zu einer neuen Unternehmenskultur, in der Eigenverantwortung und Selbstorganisation einen hohen Stellenwert einnehmen. 

Der wohl wichtigste Baustein, um flexibles Arbeiten zu ermöglichen, ist das Homeoffice. Wie können Unternehmen nun damit umgehen? Wie folgt finden Sie einige Gedanken zur Orientierung.

 

Homeoffice ist in verschiedenen Abstufungen und Modellen möglich

Zunächst einmal ist eine begriffliche Unterscheidung notwendig.

Telearbeit ist in der Arbeitsstättenverordnung im November 2016 erstmals definiert und bezeichnet vom Arbeitgeber fest eingerichtete Bildschirmarbeitsplätze im Privatbereich der Beschäftigten. Mobiles Arbeiten dagegen ist nicht definiert und es zeichnet sich dadurch aus, dass es weder an das Büro, noch an den häuslichen Arbeitsplatz gebunden ist. Mobiles Arbeiten kann auch ein gelegentliches Arbeiten von zu Hause aus sein.

Diese begriffliche Unterscheidung ist wichtig, wenn es nun um die einzelnen Modelle geht. Je nach Arbeitgeber können verschiedene Modelle zum Einsatz kommen, um den Bedürfnissen der Belegschaft nach Möglichkeiten der Heimarbeit zu entsprechen:

  1.  Dauerhafte Telearbeitsplätze: Ein Kontingent an Telearbeitsplätzen wird nach bestimmten Kriterien bereitgestellt, wie zum Beispiel bei häuslicher Pflege, zu langen Anfahrten nach Umzug oder bei kleinen Kindern, die zu Hause betreut werden müssen. Diese Kriterien werden vom Arbeitgeber intern bestimmt.
  2. Alternierende Telearbeitsplätze: Hierbei handelt es sich gewissermaßen um eine Kombination aus Telearbeit und Arbeit am Arbeitsort, die auf Basis bestimmter Kriterien einzelvertraglich ausgehandelt wird. Bei der Gewährung von alternierender Telearbeit ist wichtig, dass sowohl die Mitarbeitenden persönlich als auch die Aufgabe für diese Art der Arbeit geeignet sind.
  3. Gelegentliches Arbeiten zu Hause: Nach Absprache mit Führungskräften können die Mitarbeitenden aus persönlichen Gründen, wie zum Beispiel Krankheit der Kinder, oder aber auch aus betrieblichen Belangen kurzfristig für einen begrenzten Zeitraum von zu Hause aus arbeiten. Dabei kann die eigene Hardware oder aber auch vom Arbeitgeber bereitgestellte Zweit- bzw. Notfallgeräte verwendet werden.
  4. Dauerhaftes flexibles und mobiles Arbeiten: Alle Mitarbeitenden erhalten die Möglichkeit, flexibel und mobil zu arbeiten. Diese Stufe stellt die anspruchsvollste Variante dar, die in einer Dienst- bzw. Betriebsvereinbarung geregelt werden sollte. Hierbei müssen folgende Eckpunkte unbedingt beachtet werden: Es sollten mit dem Team verbindliche Termine abgestimmt werden, falls Aufgaben von den Teammitgliedern übernommen werden müssen, außerdem muss die Erreichbarkeit geklärt werden und die erforderliche Arbeitsqualität sowie der Datenschutz gewährleistet sein.

 

Das Bedürfnis nach flexibler Arbeit ist individuell und benötigt differenzierte Modelle

Welches Modell, beziehungsweise die Kombination aus welchen Modellen, am besten für ein Unternehmen geeignet ist, hängt von der jeweiligen Belegschaft, aber auch der Art von Arbeit und der Branche ab. Es ist auch möglich, die konkrete Ausgestaltung den Führungskräften der einzelnen Abteilungen zu überlassen. 

Falls Sie eine erste Einschätzung vornehmen wollen, ob Ihr Arbeitsplatz oder ein Arbeitsplatz in Ihrem Unternehmen für Home Office bzw. mobiles Arbeiten geeignet ist, können Sie diese zum Beispiel anhand einer Checkliste, die das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend veröffentlicht hat, schnell und unkompliziert vornehmen. Den dazu notwendigen Link finden Sie hier. 

 

Neugierig geworden?

Um mobiles Arbeiten fair zu regeln – das heißt, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern diese Möglichkeit einzuräumen, ohne dass betriebliche Anforderungen oder auch der Arbeitsalltag des Teams darunter leidet – braucht es im Unternehmen einen Kommunikationsprozess, der die Interessen aller Beteiligten berücksichtigt. Wie dieser aussehen kann, möchte ich in meinem nächsten Beitrag im Detail erklären.

Falls Sie Interesse an diesem Thema haben oder sich bereits konkret fragen, wie Sie Möglichkeiten zur Heimarbeit in Ihrem Unternehmen umsetzen können, schicken Sie mir hier gerne eine Nachricht. Sie erreichen mich gerne auch telefonisch unter 07725 914754.

 

Ich freue mich auf Sie!

Ihr Martin Volz-Neidlinger

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