Die Werte der Generation Z

In meinem vorhe­ri­gen Blogartikel Wie tickt die Generation Z wirklich? habe ich zusam­men­ge­fasst, welche Übereinstimmungen und Unterschiede es zwischen der Selbstwahrnehmung der Generation Z und ihrer Fremdwahrnehmung durch die Personalverantwortlichen in Unternehmen gibt. Die zugrun­de­lie­gen­den Umfragen von beruf­und­fa­mi­lie geben darüber hinaus noch mehr über die Generation Z preis.

Sehr spannend für mich – und natür­lich auch für Arbeitgeber – ist die Frage, welche Werte die Generation Z vertritt, und inwie­fern diese sich von Werten der vorhe­ri­gen Generationen unterscheiden. 

Die Basis für ein gutes Zusammenleben

Warum sind Werte so wichtig? Viele Jahre hat man sich mit dieser Frage nicht beschäf­tigt. Erst heute weiß man: Werte ein wichti­ger Bestandteil der Unternehmenskultur. Sie haben Einfluss darauf, wie die Menschen im Unternehmen zusam­men­ar­bei­ten, welche Regeln im Unternehmen gelten und wie diese umgesetzt werden oder welche Atmosphäre und welcher Geist im Unternehmen herrschen. Für Mitarbeitende ist es daher von zentra­ler Bedeutung, die Werte ihres Arbeitgebers zu kennen, sie zu verste­hen und sich mit ihnen zu identi­fi­zie­ren. Denn daraus entste­hen Bindung und Motivation, darin liegt die Sinnhaftigkeit am Arbeitsplatz. Kein Mensch arbei­tet auf Dauer gegen seine Werte. Sie sind damit die Basis für ein langfris­ti­ges Engagement und eine erfolg­rei­che Zusammenarbeit. 

Im Umkehrschluss bedeu­tet dies, dass die Werte eines jeden einzel­nen Beschäftigten ebenfalls die Wertewelt eines Arbeitgebers prägt. In diesem Zusammenhang ist es daher inter­es­sant, den Blick auf die Werte zu richten, die junge Menschen, die gerade in den Arbeitsmarkt eintre­ten, also die Vertreterinnen und Vertreter der sog. Generation Z, vorran­gig vertre­ten. Es gibt dazu zwei inter­es­sante Studienergebnisse der beruf­und­fa­mi­lie Service GmbH. Zum einen eine Vorstudie, in der die Vertreterinnen und Vertreter der Generation Z selbst befragt wurden und zum anderen eine ganz aktuelle Befragung von Personalverantwortlichen, wie diese die sog. Generation Z erleben. Die Unterschiede zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung sind beträcht­lich und wären einen eigenen Blogbeitrag wert. 

Lassen wir daher an dieser Stelle die Betroffenen selbst zu Wort kommen:

In der Vorstudie Achtung, die Arbeitswelt-Optimierer kommen! von beruf­und­fa­mi­lie wurden junge Menschen im Alter zwischen 18 und 22 Jahren befragt, die bald in die Arbeitswelt eintre­ten. Dabei kristal­li­sier­ten sich einige Schwerpunkte in Bezug auf ihre Werte heraus. 

Diese führen zu unter­schied­li­chen Erwartungen an die Arbeitgeber, wie im Folgenden ersicht­lich wird.

Die Generation Z legt ihr Augenmerk auf persön­li­che Ziele:

  • Privatleben – Das Home-Office ist als Arbeitsort attrak­tiv. 60% der Befragten würden es gerne nutzen. Hierdurch sieht die Generation Z einen Weg, um Arbeits- und Privatleben besser mitein­an­der zu verei­nen. Das Privatleben spielt für die Generation Z eine zu wichtige Rolle, als dass es vollstän­dig vor der Arbeit zurück­tre­ten könnte.
  • Gesundheit – Dass die Gesundheitsförderung bei den Zusatzleistungen des Arbeitgebers wichtig ist, meinen 87% der Befragten. Gesunde Ernährung (zum Beispiel in der Kantine oder im Büro), ergono­mi­sche Ausstattung sowie die Kooperation mit Fitnessstudios sind Angebote, die bei ihnen auf viel Interesse stoßen. Für die Generation Z gilt: Die eigene Gesundheit ist ein hohes Gut. 
  • Flexibilität: Die meisten Befragten sehen eine Wochenarbeitszeit zwischen 36 und 40 Stunden als Optimum. Ganz überwie­gend ist die Generation Z auch zur Mehrarbeit bereit, wenn diese gut begrün­det ist – zum Beispiel, wenn ein wichti­ges Projekt Überstunden erfor­dert (92%), bessere Karrierechancen zu erwar­ten sind (90%) oder auch eine bessere Bezahlung (90%). Flexibilität und Leistungsbereitschaft sind für die Generation Z also kein Selbstzweck, sondern bewegen sich stets im Einklang mit den persön­li­chen Zielen. 
  • Sicherheit: Ein angemes­se­nes Gehalt (99%), ein siche­rer Arbeitsplatz (94%) sowie eine ausge­wo­gene Work-Life-Balance (88%) sind für die Generation Z sehr wichtig. Hier drückt sich ebenfalls eine Wertehaltung aus, welche Freiraum für die persön­li­che Entwicklung lässt sowie für Ziele, die abseits der Arbeitswelt stattfinden. 
  • Kommunikation: Gemeinhin gelten die Jahrgänge der Generation Z als „Digital Natives“. Spielend beherr­schen sie den Umgang mit allen digita­len Kommunikationsplattformen. Dennoch – oder vielleicht auch gerade deswe­gen – ist die persön­li­che Kommunikation („Face to Face“) das am meisten präfe­rierte Medium am Arbeitsplatz. Dort ist es nahezu allen Befragten sehr wichtig, persön­li­che Ansprechpartner zu haben. Dies zeigt, dass für die Generation Z der Mensch im Mittelpunkt steht und welch wichtige Rolle Feedback im persön­li­chen Kontakt spielt.
  • Familie: Von den Befragten bezeich­nen sich 83% als Familienmensch; dementspre­chend wichtig ist es ihnen, dass Arbeitgeber Angebote für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf machen.
  • Persönlichkeitsentfaltung: Last but not least ist der Wunsch, sich selbst zu entfal­ten, bei der Generation Z beson­ders stark ausge­prägt. Dies bedeu­tet auch, Verantwortung zu überneh­men und Aufgaben zu erhal­ten, für die Kreativität und Innovation Voraussetzung sind.

„Work-Life-Separation“ statt „Work-Life-Blending”

Aus diesen Betrachtungen zeigt sich, dass die Generation Z sehr wohl leistungs­be­reit ist, aber auch leistungs­be­wusst. Das bedeu­tet, dass sie die eigene Karriere proak­tiv in die Hand nimmt, aller­dings auch mögli­che Entgrenzung durch Zuviel-Arbeiten hinter­fragt. Die Arbeit muss sich im Einklang mit der gesam­ten Persönlichkeitsentwicklung befinden.

Arbeitgeber sollten auf Basis dieser Wertebeschreibung ihre eigene Unternehmenskultur hinter­fra­gen. Welche Rolle spielt dabei das Verständnis der Generationen unter­ein­an­der und fürein­an­der? Wissen Entscheidungsträger, Führungs- und Personalverantwortliche Bescheid über die oben aufge­führte Wertestruktur? Wie sind Unternehmen und langjäh­rig Beschäftigte bereit, auf die Bedürfnisse der Generation Z einzu­ge­hen? Besonders wichtig ist dabei ein Dialog auf Augenhöhe. Und selbst­ver­ständ­lich sind auch die bisher im Unternehmen tätigen Generationen zu berücksichtigen. 

Die Studien zeigen, was wir wissen und erfah­ren: Führung ist und wird immer komple­xer. Generationenmanagement ist Wertemanagement. Wie die Werte der Vertreterinnen und Vertreter der Generation Z die Unternehmenskultur mitprä­gen können, entschei­det langfris­tig über die Attraktivität am Arbeitsmarkt. 

Falls Sie Interesse an diesem Thema haben oder sich bereits konkret fragen, wie Ihr Unternehmen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Generation Z errei­chen und an sich binden kann, schicken Sie mir gerne hier eine Nachricht. Sie errei­chen mich gerne auch telefo­nisch unter 07725 914754.

Ich freue mich auf Sie!

Ihr Martin Volz-Neidlinger

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