Die Unterschiede der Generation Z in Ost- und Westdeutschland

In meinen Seminaren und Workshops für Führungskräfte zum Generationenmanagement stellen wir immer wieder fest, wie sehr gemeinsam erlebte geschichtliche Erfahrungen einzelne Generationen prägen und wie die daraus gezogenen Schlussfolgerungen als Werte das eigene Verhalten bestimmen. Dies zu verstehen, ist ein wichtiger Ansatz für Führungsverantwortliche, um unterschiedliche Generationen in ihren Teams ansprechen und führen zu können.

Momentan rückt die Generation Z, also die sog. Digital Natives, d.h. die um die Jahrtausendwende Geborenen, in den Fokus wissenschaftlicher Untersuchungen. Wie tickt diese Generation? Was erwartet Sie vom Arbeitgeber? Erste Ergebnisse zu den Erwartungen zur Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben habe ich Ihnen beim letzten Mal anhand der Studie der berufundfamilie Service GmbH vorgestellt.

Inzwischen bin ich auf eine ganz aktuelle und interessante Studie gestoßen, die zum ersten Mal die Gemeinsamkeiten und die Unterschiede der Generation Z in Ost- und in Westdeutschland untersucht. Manche Ergebnisse überraschen. Welche Schlussfolgerungen können Arbeitgeber daraus ziehen?

Generation Z

 

 

Die aktuelle Studie von Rainer Faus und Simon Storks “Im vereinten Deutschland geboren – in den Einstellungen gespalten? – OBS-Studie zur ersten Nachwendegeneration” zeigt auf beeindruckender Weise, dass sich selbst in der Generation Z – im vereinten Deutschland nach dem Mauerfall geboren – Ost- und Westdeutsche zum Teil noch in ihren Einstellungen und Denkweisen unterscheiden. In diesem Beitrag möchte ich Ihnen gerne die wesentlichen Erkenntnisse dieser überaus interessanten Studie vorstellen.

 

Generation Z – Geprägt von Ost-West-Denken?

Die Wahrnehmung der wirtschaftlichen Lage in Deutschland, die Beschreibung der eigenen Lebenssituation, der Blick in die Zukunft, die Bewertung der Stellung in der Gesellschaft, die eigene Identität und viele weitere Themen waren Schwerpunkte dieser Studie, die ein Schlaglicht auf die Generation Z in Ost und West wirft. Ziel ist es, herauszufinden, ob die Generation Z noch von einem klassischen Ost-West-Denken geprägt ist. Hier habe ich einige der zentralen Erkenntnisse der Studie aufgegriffen und zusammengefasst:

 

  • Wirtschaftliche Lage Deutschlands:

    Bezüglich der Einschätzung der wirtschaftlichen Lage in Deutschland sind zwischen den West- und Ostdeutschen keine größeren Unterschiede zu erkennen, denn die Mehrheit schätzt die wirtschaftliche Lage in Deutschland als gut ein. Dennoch wird deutlich, dass die jungen Ostdeutschen ihre Region im Vergleich zur Lage in ganz Deutschland als wesentlich schlechter einschätzen.

 

  • Stress und Hektik:

    Sowohl Ost- als auch Westdeutsche fühlen sich von Stress und Hektik belastet – sogar mehr als von der finanziellen Belastung.

 

  • Blick in die Zukunft:

    Natürlich bleibt die Generation Z von Stress und Zukunftssorgen nicht bewahrt, dennoch ist der Blick in die Zukunft sowohl in Ost- als auch Westdeutschland insgesamt überwiegend ungetrübt.

 

  • Regionale Lebenssituation:

    An dieser Stelle sind erstmals deutliche Diskrepanzen zwischen Ost und West zu erkennen: Ostdeutsche schätzen sowohl die wirtschaftliche Lage ihrer Region als auch die eigenen Arbeitsmarktchancen als eher schlecht ein.

 

  • Sozialisation und Selbstverständnis:


    Die jungen Bürgerinnen und Bürger der Nachwendegeneration sind im wiedervereinigten Deutschland aufgewachsen und somit unter gleichen politischen Bedingungen sozialisiert worden. Dennoch gab es Unterschiede in der narrativen Weitergabe der Wendeerfahrungen durch Eltern und Familie. So gibt es beispielsweise Unterschiede in der Häufigkeit der Thematisierung der Wiedervereinigung und der Bewertung der Wiedervereinigung. Daher nehmen die meisten jungen Ostdeutschen ihre Eltern als “Wendegewinner*innen” oder etwas seltener als “Wendeverlierer*innen“ wahr. Weiterhin war die Wiedervereinigung und ihre Folgen in den Familien in Ostdeutschland häufiger ein Gesprächsthema als in westdeutschen Familien. Ebenso ist die Herausbildung einer eigenen Identität Teil der Sozialisation. Bei dieser wird deutlich, dass bei beiden Gruppen eine ausgeprägte lokale Verbundenheit vorherrscht. Jedoch fühlen sich Ostdeutsche der Generation Z weitaus mehr mit Ostdeutschland verbunden, als dies bei Westdeutschen mit Westdeutschland der Fall ist. Weiterhin sind die sozialen Eigenschaften wie Respekt, Menschlichkeit, Fairness oder Hilfsbereitschaft bei allen Bürgerinnen und Bürger der Generation Z deutlich wichtiger als Leistung und Disziplin.

 

Fazit: Die “Mauer in den Köpfen”

Obwohl die jungen Bürgerinnen und Bürger der Generation Z in einem gemeinsamen und wiedervereinigten Deutschland aufgewachsen sind, sind weiterhin noch Unterschiede in dieser Nachwendegeneration zu erkennen. Die häufig zitierte “Mauer in den Köpfen” ist also auch noch bei der Generation Z zu finden. Doch sie ist, wie Rainer Faus und Simon Storks in ihren Schlussfolgerungen unglaublich treffend beschreiben, “nicht mehr so hoch und fest zementiert wie in vorherigen Generationen.”, denn neben den Unterschieden gibt es mittlerweile, wie die Studie kenntlich gemacht hat, auch zahlreiche Gemeinsamkeiten. Was mir besonders gut gefällt, ist, dass es eine hohe Übereinstimmung in den Werten gibt. Und das macht Mut zur Gestaltung der Arbeitswelt von morgen – die heute beginnt.

Sie möchten mehr über die Generation Z und Ihre Möglichkeiten, Ihre Arbeitgeberattraktivität speziell für diese Bürgerinnen und Bürger zu stärken, erfahren? Schicken Sie mir hierfür eine Nachricht an volz-neidlinger@vn-p.de oder rufen Sie mich an. Sie erreichen mich unter 07725 914754.

 

Ich freue mich auf Sie!

Ihr Martin Volz-Neidlinger

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